Altersvorsorgedepot (frei)
Du wählst selbst aus der Positivliste des Anbieters, ohne Garantie und ohne gesetzlichen Kostendeckel. Für alle, die ihren ETF selbst aussuchen wollen.
Am 1. Januar 2027 löst das Altersvorsorgedepot die Riester-Rente für Neuverträge ab. Du sparst in ETFs, der Staat legt bis zu 540 Euro Grundzulage und 300 Euro je Kind im Jahr dazu, Erträge bleiben bis zur Rente steuerfrei. Hier steht alles Wesentliche auf einer Seite, mit Links in die Tiefe.
Das Altersvorsorgedepot ist ein Wertpapierdepot mit staatlichen Zulagen und Steuervorteil, ohne Versicherungsmantel und ohne Garantiezwang. Bis zu 1.800 Euro Eigenbeitrag im Jahr werden gefördert, die Auszahlung beginnt frühestens mit 65. Es lohnt sich am meisten für Familien, kleine Einkommen und alle mit mehr als 15 Jahren bis zur Rente.
Bisher gab es staatliche Förderung für die private Altersvorsorge fast nur im Versicherungsmantel, mit Beitragsgarantie und entsprechend hohen Kosten und niedriger Rendite. Das Altersvorsorgereformgesetz ändert das: Ab 2027 kannst du die Förderung in ein normales Depot bei Bank oder Broker holen und dort in ETFs und Fonds anlegen. Die Garantie ist freiwillig geworden.
Das Depot ist zertifiziert, das heißt: Der Anbieter muss Regeln zu Kosten, Anlage und Auszahlung einhalten, und die Zentrale Zulagenstelle überweist die Zulagen direkt ins Depot. Das Geld ist bis zur Auszahlungsphase gebunden. Im Gegenzug zahlst du in der Ansparphase keine Abgeltungsteuer und keine Vorabpauschale.
Verkündet wurde das Gesetz am 29. Mai 2026 (BGBl. I 2026 Nr. 156), es gilt ab dem 1. Januar 2027. Die Frühstart-Rente für Kinder ist ein eigenes Gesetz und noch nicht abgeschlossen, mehr dazu auf der Seite zur Frühstart-Rente.
Drei Bausteine greifen ineinander. Erstens die Grundzulage: 50 Prozent auf die ersten 360 Euro Eigenbeitrag im Jahr, 25 Prozent auf alles darüber bis 1.800 Euro, zusammen höchstens 540 Euro. Zweitens die Kinderzulage: bis zu 300 Euro je Kind mit Kindergeld, voll ab 300 Euro Eigenbeitrag. Drittens einmalig 200 Euro für alle, die zu Jahresbeginn unter 25 sind.
Dazu kommt der Sonderausgabenabzug: Eigenbeiträge bis 1.800 Euro plus die Zulagen mindern dein zu versteuerndes Einkommen. Das Finanzamt prüft automatisch, ob das mehr bringt als die Zulagen, und erstattet die Differenz. Ohne Kinder und mit mittlerem Einkommen kommen so einige Hundert Euro im Jahr dazu; mit Kindern sind die Zulagen meist schon höher als der Steuereffekt.
Der Mindestbeitrag liegt bei 120 Euro im Jahr. Einzahlen kannst du mehr als 1.800 Euro, gefördert wird aber nur bis zu dieser Grenze. Alle Details und Beispiele stehen auf der Seite Zulagen im Altersvorsorgedepot.
| Sparrate im Monat | Eigenbeitrag im Jahr | Grundzulage | mit 1 Kind | mit 2 Kindern |
|---|---|---|---|---|
| 10 € | 120 € | 60 € | 180 € | 300 € |
| 25 € | 300 € | 150 € | 450 € | 750 € |
| 50 € | 600 € | 240 € | 540 € | 840 € |
| 100 € | 1.200 € | 390 € | 690 € | 990 € |
| 150 € | 1.800 € | 540 € | 840 € | 1.140 € |
Pflichtversicherte in der gesetzlichen Rentenversicherung, also die meisten Angestellten, dazu Beamte, Richter, Soldaten, Eltern in der Kindererziehungszeit und pflegende Angehörige. Neu ist der Kreis der Selbstständigen: Wer Einkünfte aus Gewerbe oder freiem Beruf hat, unter 67 ist und eine Steuererklärung abgibt, darf mitmachen, ebenso Mitglieder berufsständischer Versorgungswerke wie Ärzte, Anwälte und Architekten.
Nicht förderberechtigt sind Vollrentner und Minijobber, die sich von der Rentenversicherungspflicht haben befreien lassen. Ehepartner ohne eigene Berechtigung können über den Vertrag des Partners mitgefördert werden, mit eigenem Vertrag, mindestens 120 Euro Eigenbeitrag und höchstens 175 Euro Grundzulage.
Eigene Seiten gibt es für Beamte und für Selbstständige.
Jeder Anbieter muss ein Standarddepot anbieten. Die anderen beiden Varianten sind freiwillig.
Die Standarddepots der Neobroker sind bisher die günstigsten Angebote: 0 Euro Depotgebühr und ETF-Kosten, die teils für Jahre erstattet werden. Welche Variante wo wie viel kostet, steht unter Kosten.
Das Gesetz arbeitet mit einer Positivliste: erlaubt sind Investmentfonds und ETFs nach OGAW-Regeln, offene Publikums-AIF und ELTIF, jeweils bis zur Risikoklasse 5 von 7, sowie Euro-Anleihen von Bund, Ländern, Gemeinden, anderen Euro-Staaten und EU-Institutionen. Ein breit gestreuter Welt-ETF ist damit problemlos möglich.
Nicht erlaubt sind Einzelaktien, Zertifikate, Kryptowährungen, Hebelprodukte und Fonds der höchsten Risikoklassen. Wer einzelne Aktien halten will, braucht dafür weiterhin ein freies Depot. Mehr dazu unter ETFs im Altersvorsorgedepot und Was nicht ins Depot darf.
Die Auszahlung beginnt frühestens mit 65 und spätestens mit 70. Du wählst zwischen einer lebenslangen Rente und einem Auszahlplan, der mindestens bis zum 85. Lebensjahr läuft; eine Restverrentung ab 85 ist nicht mehr vorgeschrieben. Bis zu 30 Prozent des Kapitals kannst du zu Beginn auf einmal entnehmen. Vorher gibt es das Geld nur für selbst genutztes Wohneigentum (ab 3.000 Euro).
In der Ansparphase fallen keine Steuern auf Erträge an. Die Auszahlungen werden dafür voll mit deinem persönlichen Steuersatz versteuert, der im Ruhestand bei den meisten unter dem heutigen liegt. Details stehen unter Auszahlung und Steuer.
Bestehende Riester-Verträge laufen nach altem Recht weiter, mit 175 Euro Grundzulage, der 4-Prozent-Regel und der Beitragsgarantie. Neue Riester-Verträge gibt es ab 2027 nicht mehr. Wer wechseln will, kann sein Riester-Guthaben ab 2027 ohne Rückzahlung der Förderung in ein Altersvorsorgedepot übertragen; die Garantie geht dabei verloren, die Zulagen bleiben.
Eine Kündigung ist fast immer die schlechteste Option, weil dann alle Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden müssen. Die Alternativen stehen unter Riester kündigen oder wechseln und Riester übertragen.
Neobroker, Direktbanken, Fondsgesellschaften und Versicherer haben Produkte angekündigt. Zertifiziert ist noch keines, die Konditionen der Banken fehlen größtenteils.
Start am 1. Januar 2027. 9 Anbieter haben ein Altersvorsorgedepot bestätigt oder nehmen Vormerkungen an.
Zum Anbieter-VergleichDen vollständigen Vergleich mit Kosten, ETF-Auswahl und Riester-Übertrag findest du unter Altersvorsorgedepot-Anbieter im Vergleich. Eigene Seiten gibt es zu Trade Republic, Scalable Capital, ING und comdirect.
Am 1. Januar 2027. Das Altersvorsorgereformgesetz wurde am 27. März 2026 vom Bundestag beschlossen, am 8. Mai 2026 vom Bundesrat gebilligt und am 29. Mai 2026 verkündet. Verträge können erst ab 2027 abgeschlossen werden, Vormerkungen sind bei einigen Anbietern schon möglich.
Alle, die in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind, Beamte, Richter und Soldaten, Kindererziehende und Pflegende. Neu dabei sind Selbstständige mit Einkünften aus Gewerbe oder freiem Beruf unter 67 sowie Mitglieder berufsständischer Versorgungswerke. Nicht förderberechtigt sind Vollrentner und von der Versicherungspflicht befreite Minijobber.
Es ist der Nachfolger. Die Zulagenlogik bleibt, aber die Beitragsgarantie fällt weg, ETFs sind erlaubt, die 4-Prozent-Regel entfällt, die Grundzulage steigt von 175 auf bis zu 540 Euro und Selbstständige sind förderberechtigt. Alte Riester-Verträge laufen nach altem Recht weiter oder können übertragen werden.
Fonds und ETFs (OGAW), offene Publikums-AIF und ELTIF bis zur Risikoklasse 5 sowie Euro-Anleihen von Staaten und EU-Institutionen. Einzelaktien, Zertifikate, Kryptowährungen und Hebelprodukte sind ausgeschlossen.
Frühestens mit 65, spätestens mit 70 beginnt die Auszahlung. Du wählst zwischen lebenslanger Rente und einem Auszahlplan, der mindestens bis 85 läuft. Bis zu 30 Prozent des Kapitals kannst du zu Beginn auf einmal entnehmen. Vorher kommst du nur für selbst genutztes Wohneigentum an das Geld.
Beim Altersvorsorgedepot selbst nicht. Wer eine Garantie will, kann ein Garantieprodukt mit 80 oder 100 Prozent Beitragsgarantie wählen; dafür fällt die Renditeerwartung niedriger aus und es gibt keinen Kostendeckel.
Für die meisten Förderberechtigten mit langer Laufzeit ja, vor allem mit Kindern oder kleinem Einkommen, weil die Zulagen im Verhältnis zum Eigenbeitrag hoch sind. Wer Flexibilität braucht oder bald in Rente geht, fährt mit einem freien ETF-Sparplan oder einer Kombination oft besser. Der Rechner zeigt beides nebeneinander.